3.2 Die Newmark Methode
Das Newmark-Verfahren ist ein implizites Integrationsverfahren und gehört zu den Einschrittverfahren, da zur Berechnung der Bewegungsgrößen zur Zeit tn+1 nur die Bewegungsgrößen des vorangegangenen Zeitschritts benötigt werden. Dabei werden zwei Parameter
eingeführt, mit denen die Stabilität und die Genauigkeit des Verfahrens gesteuert werden.
(Bild 3.2)
Das Newmark-Verfahren ist eine Variation des linearen Beschleunigungsverfahrens (siehe unten). In (Bild 3.2) ist der lineare Beschleunigungsverlauf zwischen den Zeitpunkten t und t +
dargestellt. Für die Geschwindigkeit und die Verschiebung zum Zeitpunkt t +
werden folgende Annahmen getroffen
(3.7)

(3.8)
Für
=1/2 und
=1/6 entspricht das Newmark-Verfahren dem linearen Beschleunigungsverfahren. Für
=1/2 und
=1/4 wird das Verfahren zu einem konstanten Durchschnittsbeschleunigungsverfahren, das die ursprüngliche Form des Newmark-Verfahrens darstellt. Werden die Gleichungen (3.7) und (3.8) so umgeformt, dass sich die Geschwindigkeiten und Beschleunigungen als Funktion der bekannten Größen zum Zeitpunkt t und der unbekannten Verschiebung darstellen lassen, so kann mit der Gleichgewichtsbedingung zum Zeitpunkt t +

(3.9)
in die umgestellten Gleichungen (3.7) und (3.8) eingesetzt worden ist, ergibt sich die Beschleunigung und Geschwindigkeit zur Zeit t +
.3.1.1 Vorteile des Verfahrens
- Zur Berechnung sind nur die bekannten Größen zum Zeitpunkt t erforderlich. Es handelt sich daher um ein Einschrittverfahren.- Das Newmark-Verfahren ist uneingeschränkt stabil für
und
- Zur Berechnung im ersten Zeitintervall ist kein besonderes Startverfahren erforderlich. 3.1.2 Nachteile des Verfahrens
- Zu den wesentlichen Nachteile des Newmark-Verfahrens gehört, dass auf der linken Gleichungsseite die Steifigkeitsmatrix S auftritt (siehe Schema: Schritt 2 Zeitschrittberechnung). Diese Tatsache führt zu erhöhtem Rechenaufwand bei der Gleichungsauflösung, insbesondere bei nichtlinearem Strukturverhalten.3.1.3 Das Schema
A: Anfangsberechnung
1. Aufstellung der KoeffizientenmatrizenS Steifigkeitsmatrix
D Dämpfungsmatrix
M Massematrix
2. Die Anfangsgrößen
werden eingeführt.3. Wahl des Zeitschritts
sowie der Parameter
und
, Berechnung der Konstanten
4. Berechnung der effektiven Steifigkeitsmatrix S
5. 5. Dreieckszerlegung von Seff
B:Zeitschrittberechnung
1. Berechnung der effektiven Lasten Feff zur Zeit t +
2. Die Verschiebung zur Zeit t +
ermitteln aus
3. Die Geschwindigkeiten und Beschleunigungen zum Zeitpunkt t berechnen