2.6 Behandlung im Frequenzbereich
Für die Untersuchung von Schwingungen gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Man kann zum einen den zeitlichen Verlauf der Systemantwort durch direkte, meist numerische Integration bestimmen. Dann spricht man von einer Behandlung im Zeitbereich. Das wird ab Kapitel 3 erfolgen. Die zweite Möglichkeit, mit der wir uns in diesem Abschnitt beschäftigen, ist die algebraisierte Behandlung im Frequenzbereich.2.6.1 Freie Schwingungen
Zunächst wird die freie Schwingung betrachtet. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Belastungen auf der rechten Seite der Bewegungsgleichung verschwinden. Die Bewegungsgleichung lautet für diesen Fall also:
(2.35)
2.6.1.1 Ungedämpfte Schwingungen
Im Fall der freien ungedämpften Schwingung reduziert sich die Bewegungsgleichung durch das Wegfallen der Dämpfungskraft um einen weiteren Term. Damit reduziert sich die Gleichung (2.35) auf:
(2.36)
Bei (2.36) handelt es sich um eine homogene, lineare Differentialgleichung zweiter Ordnung mit konstanten Koeffizienten. Ihre Lösung lautet:

(2.37)
Sie kann mit der Amplitude
und dem Phasenwinkel
auch geschrieben werden: 
(2.38)
Hieraus erhält man die Geschwindigkeit und Beschleunigung zu

(2.39)

(2.40)
Die Richtigkeit dieser Lösung kann man durch Einsetzen in (2.36) leicht prüfen. Man erhält:

(2.41)
und mit


(2.42)

(2.43)
Freie Schwingungen nach (2.38) - (2.40) sind nur mit dieser Frequenz möglich. Sie wird auch als Eigenkreisfrequenz bezeichnet. Der Phasenwinkel
lässt sich auch aus der Verschiebung oder der Geschwindigkeit bei t = 0 bestimmen.Häufiger als die Eigenfrequenz werden zur Beschreibung der Schwingung die Frequenz f

(2.44)

(2.45)
Zusammenfassend lässt sich feststellen: Der Einmassenschwinger besitzt eine einzige Eigenfrequenz, nämlich die Frequenz

(2.46)
Freie ungedämpfte Schwingungen sind Schwingungen mit einem sinusartigen Zeitverlauf in dieser Frequenz. Die Amplitude und der Phasenwinkel der Schwingung ergeben sich aus den Anfangsbedingungen.
Weiter mit:
Gedämpfte Schwingungen